Mietwohnung in Zentrum Oslos

Wie Du eine bezahlbare Mietwohnung in Norwegen und Oslo findest

Wandert man aus, schwirren einem tausende Fragen im Kopf herum. Eine der wichtigsten ist für viele: Wo und vor allem wie werde ich wohnen? Warum es unüblich ist, in Norwegen zur Miete zu wohnen und es trotzdem drei Optionen für Dich gibt, erfährst Du in diesem Blogpost.

Warum es in Norwegen unüblich ist Wohnungen zu mieten? Ganz einfach: Viele Norweger*innen kaufen mit Unterstützung der Eltern bereits mit Anfang/Mitte 20, gerne zu Studienbeginn, die erste eigene Wohnung, um so möglichst früh den Einstieg in den hart umkämpften norwegischen Wohnungsmarkt zu erhalten.

Das Angebot von verfügbaren Mietwohnungen in Norwegen ist gering und vor allem eins: teuer.

Für mich kam zu Beginn meiner Auswanderung nach Norwegen nicht in Frage, direkt eine Eigentumswohnung zu kaufen. Ich wollte mir Zeit geben, mich in meiner neuen Heimat zurechtzufinden und mir vor einer so einschneidenden und vor allem teuren Entscheidung sicher sein, dass ich auch die nächsten Jahre über in Norwegen bleiben würde.

Falls es Dir ähnlich geht und Du das Abenteuer Auswanderung um ein Abenteuer minimieren möchtest, gibt es für Dich 3 Optionen mit einer Mietwohnung in Norwegen – speziell in Oslo – glücklich zu werden.

Option 1: Wohnen im Stadtzentrum

Für eine zentrale Wohnung in Oslo mit rund 60 m2, einer Wohnküche, zwei Schlafzimmern, Duschbad und Balkon, zahlt man monatlich 20.000 Norwegische Kronen, umgerechnet rund 2.000 Euro Miete. Bei diesem Beispiel sind Internet, Kabelfernsehen und Strom aber inklusive.

Ich bin nach Norwegen ausgewandert, ohne eine feste Arbeitsstelle zu haben und habe anfangs als freiberufliche Grafikdesignerin und Kellnerin gearbeitet. Meine Ersparnisse auf den Kopf zu hauen, nur um in einer traumhaften Wohnung im Zentrum Oslos zu wohnen war keine Option.

Mein Tipp: Sei Dir vor Deiner Auswanderung nach Norwegen oder anderes Land bewusst darüber, dass Du anfangs mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht den gleichen Lebensstandard wie in Deutschland haben wirst. Nach und nach kannst Du diesen aber mit viel Geduld zurückerlangen. Durchhalten ist die Devise!

Option 2: Wohnen in einer Wohngemeinschaft

Ich entschied mich zu Beginn meiner Auswanderung für einen Rückschritt. Raus aus der großzügigen Dreizimmerwohnung in Berlin, rein in die Osloer Wohngemeinschaft – mit Ende 20.

Für meine erste Unterkunft in Oslo, ein 15 m2 großes Zimmer in einer Wohngemeinschaft, 25 Minuten Fußweg vom Osloer Zentrum entfernt, habe ich 2016 monatlich 5.500 NOK gezahlt, rund 550 Euro Miete.

Mit 15 m2 war das WG-Zimmer für norwegische Verhältnisse und den zu zahlenden Mietpreis unglaublicher Weise tatsächlich eins: groß. In vielen Städten gibt es Zimmer zur Miete, in die Bettchen und Schreibtischchen passen. Aber that’s it. Die Lage ist ähnlich angespannt wie in deutschen Großstädten. Großzügige WG-Zimmer zu geringen Preisen sind auch in Oslo eine Rarität. Und ein absoluter Glücksgriff, wenn man eines ergattert.

Mein Tipp: Bevor ich ausgewandert bin, habe ich drei Monate in Oslo zur Probe gewohnt. Wenn Du die Möglichkeit hast, mach das auch. Man kann sich so an das Leben in Norwegen herantasten und entscheiden, ob man den endgültigen Schritt tatsächlich wagen möchte. In eine WG zu ziehen kann auch von Vorteil sein, um die ersten Kontakte zu knüpfen, wenn Du alleine auswanderst.

Option 3: Wohnen am Stadtrand

Als das Zusammenziehen mit meinem Freund anstand, besichtigten wir ausschließlich Mietwohnungen am Osloer Stadtrand. Eine Möglichkeit, die Du unbedingt in Betracht ziehen solltest, wenn Du gerne über mehr Platz verfügen möchtest. Das Osloer Stadtgebiet ist überschaubar und die Randbezirke sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Nimmt man in Kauf, das die neue Bleibe am Stadtrand liegt, zum Beispiel eine Souterrain-Wohnung in einem Einfamilienhaus, fällt die Miete geringer aus. Für eine ca. 70 m2 große Wohnung mit eigener Terrasse und Garage haben mein Freund und ich 2018 rund 12.000 Norwegische Kronen bezahlt, was rund 1.200 Euro monatlicher Miete entspricht.

Wie findet man eine Mietwohnung in Norwegen?

In Norwegen gibt es finn.no, eine Art ebay-Kleinanzeigen. Dort findet man alles. Alles! So auch Bolig til leie, Wohnungen zur Miete. Die Anzeigen sind fast ausschließlich in Norwegisch, weshalb es sich empfiehlt vor der Suche zumindest über einen grundlegenden Wortschatz zu verfügen. Auch auf den Webseiten Utleiemegleren oder Hybel werden Mietwohnungen in Norwegen angeboten. Mein Osloer WG-Zimmer habe ich über einen Eintrag in der Facebook-Gruppe Norsk i Berlin gefunden.

Dauer der Mietverträge in Norwegen

Verträge für Mietwohnungen in Norwegen werden häufig bei erster Vertragsunterzeichnung auf ein Jahr beschränkt. Kurz vor Ablauf ist es meistens problemlos möglich, die Mietverträge mit beiderseitigem Einverständnis – und akzeptabler Mieterhöhung – zu verlängern.

Als Faustregel für Mietwohnungen in Norwegen gilt: Je weiter der Weg ins Stadtzentrum, desto größer die Wohnung und günstiger die Miete. Stell Dir die Frage, was Dir wirklich wichtig ist, wenn Du eine Wohnung anmietest? Die Lage? Der Preis? Die Ausstattung? Habe im Hinterkopf, dass Deine erste Wohnung im Ausland nicht perfekt sein muss und keine Dauerlösung ist. Bleibst Du in Norwegen, ist es wahrscheinlicher, dass Du Dich früher oder später dazu entschließt in eine Eigentumswohnung oder ein Haus zu investieren.

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Die aufgezeigten Optionen sind meine persönlichen Empfehlungen basierend auf meinen Erfahrungen mit dem Wohnungsmarkt in Norwegen und speziell in Oslo.

Text: Maren Tanke
Foto: Eirik Skarstein | Unsplash

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